Auslaufender Gefahrstoff - Einsatzübung des Löschzuges Stadt an einer "Gefahrgutübungsanlage"

Ein Gefahrgutunfall erforderte am Freitag, 21. April 2006 gegen 19:45 Uhr den Einsatz der Feuerwehr. Aus einem beschädigten Tank traten größere Mengen einer unbekannten Flüssigkeit aus. Bei dem Einsatz handelte es sich aber nicht um einen Schadensfall sondern um eine Einsatzübung des Löschzuges Stadt der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm.
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An einer so genannten „Gefahrgutübungsanlage“ konnten die Einsatzkräfte unter realistischen Bedingungen üben. Die Anlage wurde von der Feuerwehr Bad Fredeburg (Sauerland) ausgeliehen und von den Planern der Übung, Brandoberinspektor Wolfgang Breuer und Brandinspektor Oliver Dag auf dem Gelände der Technischen Betriebe Schwelm aufgebaut.

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An der Einsatzstelle mussten die Kräfte eine verletzte Person aus dem Gefahrenbereich retten, anhand der Kennzeichnung mit Gefahrenschildern sowie später bereitgestellten Datenblättern ermitteln um was für einen Stoff es sich handelt und welche Gefahren von ihm ausgehen. Da es sich bei dem austretenden Stoff um eine leicht entzündliche Flüssigkeit handelte, wurde der gesamte Einsatzbereich eingeschäumt, um eine Brandentstehung zu verhindern.
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Unter der Einsatzleitung von Brandinspektor Oliver Dag mussten mehrere Trupps unter so genannten „Chemikalienschutzanzügen“ vorgehen und das Leck mit Spezialwerkzeug der Feuerwehr abdichten. Parallel wurde die auslaufende Flüssigkeit von Einsatzkräften aufgefangen und umgepumpt sowie Schadstoffmessungen in der Umgebung vorgenommen.

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Nach ihrem Einsatz unter den Schutzanzügen wurden die vorgehenden Einsatzkräfte im Abschnitt „Dekontamination“ von Kräften in leichten Schutzanzügen und unter Atemschutzmasken mit Filter gereinigt. Die verdreckte Schutzkleidung wurde ausgezogen und in Behältern zwischengelagert. Dem Dekontaminationsbereich kommt besondere Bedeutung zu, damit sichergestellt wird, das es beim Auskleiden der Schutzkleidung nicht zu Verletzungen der Einsatzkräfte durch die Berührung mit noch vorhandenen Gefahrstoffen kommt. Entsprechend war die vollständige Dekontanormal_Uebung_210406_05 mination, das Bilden einer klaren Schwarz-Weiss-Bereichstrennung sowie das fachgerechte und sorgfältige Auskleiden ein Schwerpunkt der Übung.




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Beim Ausleuchten der Einsatzstelle wurde die Feuerwehr von Einsatzkräften des THW Ortverbandes Schwelm / Ennepetal unterstützt, die mit einem Fahrzeug vor Ort waren und zwei so genannten Power Moons zum blendfreien Beleuchten des Arbeitsbereiches in Stellung brachten und die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr trainierten.



Insgesamt waren 40 Einsatzkräfte (36 Feuerwehr, 4 THW) mit 11 Fahrzeugen an der Übung beteiligt.


Mit dem Ablauf der Übung waren sowohl die Planer als auch der Leiter der Feuerwehr Stadtbrandinspektor Norbert Fichtel zufrieden, der sich vor Ort über den Übungsablauf informierte. Bei einer Nachbesprechung unter den beteiligten Führungskräften wird die Übung in der kommenden Woche noch ausgewertet und Lösungsansätze für kleinere festgestellte Defizite erarbeitet.

Bericht von Markus Kosch

Die Fotos sind auch nochmal etwas größer im Fotoalbum zu sehen.

Weitere Informationen zur "Gefahrgutübungsanlage" finden Sie hier: http://www.ralf-fischer-fredeburg.de/gue1.htm (externer Link)