Ausbildung "Technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfall"

 Bericht eine2s Ausbildunsdienstes mit dem Thema :

Technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfall und patientengerechte Rettung eingeklemmter Personen

Innerhalb des routinemäßigen Übungsdienstes wurde der Einsatz im Rahmen der Technischen Hilfeleistung bei Verkehrunfällen mit eingeklemmten Personen und deren Befreiung geübt. Nach theoretischer Ausbildung wurde eine Einsatzübung mit einer erweiterten Gruppe durchgeführt. Von den Einsatzkräften musste folgende angenommene Lage abgearbeitet werden:
„Verkehrsunfall mit PKW und LKW. Eine verletzte Person im PKW im Fußbereich eingeklemmt mit Verdacht auf Wirbelsäulentrauma und Verletzungen der unteren Extremitäten. Die PKW-Türen sind aufgrund der Deformation nicht mehr zu öffnen. Die Einsatzstelle befindet sich im Verkehrsraum und muss abgesichert werden.“

3 Dabei wurde im Rahmen einer Übung des Löschzuges erstmals die neue Trainingspuppe der Feuerwehr Schwelm eingesetzt, die eine realitätsnahe Übung entsprechender Aufgabenstellungen ermöglicht. Zum Einsatz kamen HLF 16/12, RW 1, RTW

Folgende Lernziele bzw. Themen sollten schwerpunktmäßig behandelt werden:

  • Einsatztaktik bei Verkehrsunfällen, Raumkonzept / Ordnung der Einsatzstelle, Einsatz gemäß FwDV 13/1
  • Gerätetraining: Einsatz hydraulischen Rettungsgerätes, speziell Einsatz der Rettungszylinder (Einsatzmöglichkeiten, Einsatzgrenzen, Handling)5
  • Patientengerechte schonende Rettung und Kommunikation mit dem PatientenZusammenarbeit mit dem Rettungsdienst
  • Einsatz eines KED-Systems zur schonenden Rettung des Patienten

Übungsablauf:


Parallel zur Erkundung durch den Einsatzleiter wurde die Einsatzstelle gegen den fließenden Verkehr abgesichert. Im Anschluss erfolgte die Rettung der eingeklemmten Person gemäß der im folgenden dargestellten Punkte.

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  • Schaffung eines Zugangs zur medizinischen Erstversorgung der eingeklemmten Person und deren Betreuung.
  • Anlegen des Airbag-Sicherungssystems.
  • Stabilisierung des Fahrzeugs mittels Treppenkeilen und Schläuchen, Vorbereitung der Rettung mittels hydraulischem Rettungsgerät, Bereitstellung der notwendigen Geräte
  • Befreiung der eingeklemmten Person unter Einsatz von hydraulischem Schneid- und Spreizgerät und in enger Abstimmung mit dem Rettungsdienst. Zur Schaffung eines größeren Freiraums im Fußbereich wurde nach zwei Entlastungsschnitten ein Rettungszylinder eingesetzt.
  • Einsatz des KED-Systems unter Anleitung des Rettungsdienstes zur schonenden Rettung des Verunfallten aus dem Fahrzeug und anschließende Lagerung auf einer bereitgestellten Vakuummatrazze.8
  • Während der Rettung wurde der Brandschutz durch die Vornahme eines S-Rohrs mit Schaum- Schnellangriff und eines PG12 sichergestellt. Im Anschluss an die Menschenrettung wurde die Fahrzeugbatterie abgeklemmt.

Im Anschluss an die Übung wurde diese kritisch durchgesprochen und mögliche Verbesserungen bezüglich eines realistischen Einsatzes diskutiert. Trotz des sehr guten Übungsablaufs und der reibungslosen Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst wurde allen Beteiligten klar, dass die regelmäßige Durchführung solcher Übungen an Fahrzeugen zwingend notwendig ist um die Routine zu erlangen, entsprechende Lagen auch unter dem mentalen Druck eines Einsatzes abzuwickeln.4 Neben der notwendigen Beherrschung der Gerätebedienung sowie der Abschätzung der Leistungsmöglichkeiten kann den Einsatzkräften nur durch die Übung an Fahrzeugen auch das praktische Know-how realitätsnah vermittelt werden. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Einbeziehung des RTW in den Dienst sinnvoll ist um bei Bedarf den Rettungsdienst effizient unterstützen zu können. Besonderer Dank gehört dem Kameraden Michael Nölle, der das Übungsfahrzeug „organisiert“ hat, sowie der Schwelmer Fa. Eckhardt auf deren Firmengelände geübt werden konnte und die das Übungsfahrzeug für die Feuerwehr kostenfrei einer umweltgerechten Entsorgung zugeführt hat. Ohne dieses Engagement wäre die Übung nicht möglich gewesen.

Text von Markus Kosch, Bilder von Michael Nölle ( vielen Dank ! )